Machbarkeitsstudie, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Aufruf zum Endspurt

In ungefähr einem Monat läuft die Aussetzung des „Abrissbeschlusses“ für die Eishalle Unna aus. Dann kann die Eishalle sofort, ohne weiteren Ratsbeschluss, abgerissen werden.

Der Verein „Unna braucht Eis e.V.“ will dies mit einem Bürgerbegehren und Bürgerentscheid verhindern.

Aber wie sollen Bürgerbegehren und Bürgerentscheid  in dieser kurzen Zeit stattfinden können?

Und was erwartet man für eine Antwort von den Bürgern?

Glaubt jemand ernsthaft, dass über siebentausend Bürger in ein Wahllokal gehen und dafür stimmen, dass sie 8,2 Millionen EUR mehr Steuern und Abgaben zahlen dürfen, wobei die meisten davon niemals die Eishalle besuchen werden?

Wie kommt es zu dieser unglaublichen Summe? Wieso konnten die ehemaligen Pächter mit einem ebenfalls begutachteten Konzept mit einer Summe von ca. 1,5 Mio. EUR auskommen?

Wieso kam das Gutachten der Stadtverwaltung aus dem Jahre 2014 auf einen Betrag von 1,8 Mio EUR netto?

Die Antwort kann man der Machbarkeitsstudie unter Punkt 1. Vorbemerkung und Aufgabenstellung entnehmen.
Dort liest man, dass keine Instandsetzung unter Beibehaltung der Bestandschutzrechte gewünscht wird, sondern, dass man „bauordnungsrechtliche Genehmigung nach heutigen Anforderungen“ erzielen möchte.

Diese Aufgabenstellung zieht natürlich einen unglaublichen Rattenschwanz nach sich. Jetzt müssten plötzlich unter anderem neue Lüftung, Heizung,  barrierefreie Rettungswege, Sprinkleranlagen, Elektronetzwerke und sogar ein neues Dach eingebaut werden, weil das alte Dach die Sprinkleranlage nicht tragen kann.

Wer so etwas als Aufgabenstellung entwirft, der will die Eishalle nicht erhalten!

Warum haben die Vertreter von „Unna braucht Eis e.V.“ beim Gespräch mit den Autoren der Machbarkeitsstudie nicht darauf gedrängt, dass die Machbarkeit der Instandsetzung unter Bewahrung der Bestandsrechte mit ausgearbeitet wurde?

Trotzdem gibt es auch noch etwas Positives zu vermerken:

Die vorläufige Wirtschaftlichkeitsberechnung enthält alle fehlenden Daten, die uns zu unserem Bürgereishallenkonzept noch fehlten!

Wir haben jetzt den Nachweis, dass ein kostenneutraler Betrieb durch einen Förderverein möglich wäre!

In der Wirtschaftlichkeitsberechnung wird ein jährlicher Verlust von ca. 200TEUR pro Jahr bei einem Besucheraufkommen von 60.000 Besuchern prognostiziert.

In der Vergangenheit hatte die Eishalle aber nicht 60.000, sondern 75.000 Besucher.

Das verbessert die Einnahmen von 231.900 EUR auf 289.875 EUR. Der Verlust würde also um ca. 60 TEUR vermindert. Es verbleiben 140TEUR Unterdeckung, die ein Förderverein übernehmen müsste.

Das würde funktionieren, indem aus den folgenden Posten ca. 140.000 EUR durch Eigenleistung ersetzt würden:

Instandhaltung der Halle:   101.756 EUR
Schließdienst/ Sicherheitsdienst 45.424 EUR
Jahresabschluss Buchhaltung 10.000 EUR
Eisaufsicht 77.735 EUR
Schlittschuhverleih 24.000 EUR
Verwaltung, Buchhaltung, Organisation 48.131 EUR
Summe 307.046 EUR 

Man sieht, die 140.000 EUR könnten leicht durch Ehrenämter verdient werden. Man darf auch nicht vergessen, dass fast alle dieser Leistungen bisher von zwei Personen, nämlich dem ehemaligen Pächter-Ehepaar, erbracht wurden.

Wieso sollte ein Förderverein – mit beispielsweise hundert Mitgliedern – nicht das leisten können, was vorher zwei Personen allein geleistet haben?

Leider haben sich aber noch nicht hundert Personen für einen Förderverein gemeldet. Und vor allem vermissen wir die Eisnutzer (Mitglieder der Eislaufvereine, Freizeitläufer, Diskobesucher usw).

Tragt euch ein, damit wir wissen, ob wir genügend Unterstützung bekommen würden.

Ihr müsst einen alternativen Plan B haben, falls das Bürgerbegehren scheitert!

Eine kostenneutrale Übernahme der Eishalle durch einen Förderverein ist ein politisch unabweisbarer Vorschlag! Es gibt bereits tausende (!) funktionierende Bürgereinrichtungen.

Ohne diesen Alternativ-Plan wird die Eishalle unmittelbar nach dem gescheiterten Bürgerentscheid abgerissen! Dazu braucht es keinen Ratsbeschluss mehr!
Die Abrissarbeiten werden schon vorbereitet!

Wenn ihr nichts für eure Eishalle tun wollt, wieso sollten dann Außenstehende, die überhaupt nicht davon profitieren würden, dafür stimmen, dass sie dauerhaft mehr bezahlen müssen?

Deswegen tragt euch in unsere Datenbank ein unter:
http://hilfe.unnabrauchteis.de

2 Gedanken zu „Machbarkeitsstudie, Wirtschaftlichkeitsbetrachtung und Aufruf zum Endspurt“

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